Home Assistant mit USV und NUT absichern

So schützt du Home Assistant, Router und Netzwerk mit einer passend dimensionierten USV, bindest NUT ein und richtest Warnungen sowie Shutdown ein.

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Home Assistant mit USV und NUT absichern

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Eine USV für Home Assistant hält bei einem Stromausfall nicht nur den Server am Leben. Sie muss auch Router, Switch und gegebenenfalls den Zigbee-Koordinator versorgen, damit Warnungen noch ankommen. Mit Network UPS Tools (NUT) liest Home Assistant den Zustand der USV aus und kann dich bei Batteriebetrieb informieren. Das eigentliche Herunterfahren sollte jedoch NUT übernehmen, nicht eine gewöhnliche Home-Assistant-Automation.

Was die USV versorgen muss

Ein Home-Assistant-Server allein reicht nicht. Fällt der Router gleichzeitig aus, erreicht eine Push-Nachricht dein Smartphone nur noch innerhalb des lokalen WLANs – falls der Access Point überhaupt weiterläuft. Für einen sinnvollen Aufbau gehören deshalb mindestens diese Geräte an batteriegepufferte Ausgänge:

  • Home-Assistant-Host oder Virtualisierungshost
  • Router beziehungsweise Modem und Router
  • benötigter Netzwerk-Switch oder PoE-Switch
  • bei Bedarf ein separat versorgter Zigbee- oder Thread-Koordinator

Drucker, Monitore, Lautsprecher und andere große Verbraucher bleiben draußen. Sie verkürzen die Laufzeit und können eine kleine USV überlasten. Achte außerdem darauf, welche Buchsen tatsächlich batteriegepuffert sind. Reiner Überspannungsschutz hält ein Gerät bei Netzausfall nicht am Leben.

Die USB-Datenleitung führt von der USV zu genau einem Rechner mit NUT-Server. Andere Systeme greifen über das Netzwerk auf diesen Server zu. Die Home-Assistant-Integration spricht nicht direkt mit der USB-USV; sie benötigt immer einen erreichbaren NUT-Server.

USV für Home Assistant dimensionieren

Die VA-Zahl allein sagt wenig über dein konkretes Setup aus. Entscheidend sind die zulässige Wirkleistung in Watt und die Laufzeit bei deiner Last. Ermittle zuerst die gemeinsame Leistungsaufnahme von Server und Netzwerktechnik. Ein Zwischenstecker mit Leistungsmessung kann dabei helfen; für eine grobe Planung addierst du alternativ die typischen Leistungsaufnahmen der Netzteile.

Plane mindestens 20 bis 30 Prozent Reserve zur gemessenen Dauerlast ein. Eine Last von 80 W sollte also nicht an einer USV geplant werden, die nur knapp über 80 W liefern kann. Die Reserve fängt Startspitzen, zusätzliche Netzwerkgeräte und die Alterung des Akkus ab.

Lege anschließend das Ziel fest. Für kurze Ausfälle reichen oft 10 bis 15 Minuten. Soll der Server kontrolliert herunterfahren, muss die verbleibende Zeit auch für die Abschaltsequenz genügen. Router und Switch dürfen dabei länger laufen als der Server. Hersteller-Laufzeitangaben gelten für neue, voll geladene Akkus unter definierten Bedingungen und werden mit Alter und Temperatur schlechter.

Zwei passende 850-VA-Modelle

Die Eaton 3S Gen2 850 DIN (3S850D)** ist eine Offline-USV mit 850 VA und maximal 510 W. Laut Eaton besitzt sie acht Schuko-Ausgänge: Vier sind batteriegepuffert und gegen Überspannung geschützt, vier bieten nur Überspannungsschutz. Der 12-V-/9-Ah-Bleiakku ist laut Hersteller auswechselbar. Das ist interessant, wenn du nicht die gesamte USV ersetzen willst, sobald der Akku gealtert ist.

Die CyberPower UT850EG (850 VA/425 W)** arbeitet line-interaktiv mit automatischer Spannungsregelung. Alle drei Schuko-Ausgänge sind laut Hersteller batteriegepuffert. CyberPower nennt bei 90 W Last etwa 20 Minuten und bei 200 W etwa 5,5 Minuten Laufzeit. Der Akku darf laut Produktseite jedoch nur durch einen autorisierten Service gewechselt werden.

MerkmalEaton 3S850DCyberPower UT850EG
Nennleistung850 VA / 510 W850 VA / 425 W
TopologieOfflineLine-interaktiv mit AVR
Schuko-Ausgänge mit Akku43
Weitere Schuko-Ausgänge4, nur Überspannungkeine
Akkutauschlaut Eaton auswechselbarnur autorisierter Service
USBHID-konformHID-kompatibel

Die Eaton passt besser, wenn du vier batteriegepufferte Schuko-Buchsen oder einen späteren Akkutausch brauchst. Die CyberPower ist für ein kompaktes Drei-Geräte-Setup interessant und nennt konkrete Laufzeiten. Prüfe trotzdem deine reale Last: Ein NUC plus Router verhält sich anders als ein Proxmox-Host mit mehreren Laufwerken.

So haben wir verglichen

Verglichen wurden Nennleistung, Topologie, Anzahl der batteriegepufferten Schuko-Ausgänge, Hersteller-Laufzeitdaten, USB-Kommunikation und Vorgaben zum Batteriewechsel. Grundlage sind die aktuellen Herstellerseiten, Datenblätter, die NUT-Dokumentation und öffentlich dokumentierte Gerätekennungen. Die Produkte wurden nicht selbst getestet. Die Verfügbarkeit eines Affiliate-Links beeinflusst die technische Bewertung nicht.

NUT-Unterstützung vor der Einrichtung prüfen

„USB HID“ bedeutet nicht automatisch, dass jede Modellrevision mit jeder NUT-Version identisch funktioniert. Die stabile NUT-Kompatibilitätsliste führt die Eaton-Serie „3S“ am USB-Anschluss mit dem Treiber usbhid-ups. Für Geräte mit der Bezeichnung Eaton 3S 850 wird die USB-ID 0463:ffff dokumentiert. Die CyberPower UT850EG steht derzeit nicht als eigener Eintrag in der stabilen Liste; ein Bericht im NUT-Projekt nennt für dieses Modell 0764:0501 und ebenfalls usbhid-ups.

Kontrolliere deshalb das tatsächlich gelieferte Gerät am NUT-Server:

lsusb
sudo nut-scanner -U

Modellbezeichnung, USB-ID und vorgeschlagener Treiber müssen zusammenpassen. Weicht die Kennung ab, suche genau diese Kombination in der aktuellen NUT-Hardwareliste und im Device Dump Library des Projekts. Übernimm nicht blind eine Konfiguration für eine ältere Revision. Teste anschließend insbesondere Statuswechsel, Akkustand und Shutdown, denn einzelne HID-Werte können je nach Firmware fehlen oder falsch skaliert sein.

NUT-Server per USB einrichten

Bei Home Assistant OS kannst du die Community-App „Network UPS Tools“ verwenden. Installiere sie über Einstellungen → Apps → App-Store, schließe die USB-Datenleitung an den Home-Assistant-Rechner an und starte mit einer minimalen Konfiguration. Verwende ein eigenes starkes Passwort:

users:
  - username: homeassistant
    password: DEIN_LANGES_PASSWORT
    instcmds: []
    actions: []
devices:
  - name: haus_usv
    driver: usbhid-ups
    port: auto
    config: []
mode: netserver
shutdown_host: "false"
list_usb_devices: true

Starte die App neu und prüfe ihr Protokoll. Dort müssen die erwartete USB-ID, das Modell und der Treiber erscheinen. shutdown_host bleibt zunächst auf false, damit ein Konfigurationsfehler nicht sofort den Host abschaltet. Notiere den Hostnamen aus dem Info-Tab der App.

Läuft Home Assistant Container, Core oder eine VM, installierst du NUT besser auf dem Linux-Host, an dem die USV per USB hängt. Bei einer Home-Assistant-Installation auf Proxmox gehört der NUT-Client zum Proxmox-Host: Nur er kann Gäste in der richtigen Reihenfolge und danach sich selbst herunterfahren. Eine Automation innerhalb der Home-Assistant-VM kann den Hypervisor nicht zuverlässig ersetzen.

NUT in Home Assistant integrieren

Öffne Einstellungen → Geräte & Dienste, wähle Integration hinzufügen und suche nach Network UPS Tools (NUT). Trage den Hostnamen oder die feste IP-Adresse des NUT-Servers, Port 3493 sowie die angelegten Zugangsdaten ein. Home Assistant kann eine geänderte Server-IP nicht automatisch erkennen; nutze deshalb eine DHCP-Reservierung oder einen stabilen DNS-Namen.

Welche Entitäten erscheinen, hängt von den Variablen der USV ab. Typisch sind Status, Akkuladung und Last. Diagnose-Entitäten wie die geschätzte Restlaufzeit sind teilweise standardmäßig deaktiviert. Aktiviere nur Werte, die das Gerät tatsächlich liefert. Mit upsc haus_usv@localhost auf dem NUT-Server siehst du die Rohdaten.

Bei Batteriebetrieb benachrichtigen

Die aktuelle NUT-Integration stellt einen übersetzten Statussensor bereit. Prüfe dessen echten Zustand zuerst unter Entwicklerwerkzeuge → Zustände und ersetze im Beispiel die Entitäts-ID durch deine eigene. Das folgende Beispiel entspricht der aktuellen Home-Assistant-Automationssyntax:

alias: "USV: Stromausfall melden"
triggers:
  - trigger: state
    entity_id: sensor.haus_usv_status
    to: "On Battery, Battery Discharging"
actions:
  - action: notify.send_message
    target:
      entity_id: notify.mobile_app_dein_handy
    data:
      message: "Die USV läuft auf Akku. Prüfe Netzstrom und Restlaufzeit."
mode: single

Der Status-Text kann von den vom Gerät gemeldeten NUT-Flags abhängen. Baue die Automation daher anhand des Zustands, den deine Entität beim kontrollierten Netztrenn-Test wirklich zeigt. Weitere Zustellwege findest du im Artikel zu Home-Assistant-Benachrichtigungen. Eine Nachricht aus dem Internet erreicht dich nur, solange auch Router, Modem und nötige Switches an der USV hängen.

Geordnetes Herunterfahren statt harter Abschaltung

Eine Home-Assistant-Automation eignet sich für Meldungen, aber nicht als einzige Schutzschicht. Sie läuft genau auf dem System, das bei leerem Akku gefährdet ist. NUTs upsmon überwacht dagegen die kritischen Statusflags OB und LB und ruft bei Bedarf den lokalen Shutdown-Befehl auf.

Bei Home Assistant OS übernimmt die NUT-App diese Rolle selbst: Im Modus netserver legt sie intern einen eigenen Monitor-Benutzer an und überwacht die USV lokal als primärer upsmon. Einen zusätzlichen Benutzer brauchst du dafür nicht. Nach erfolgreichen Tests setzt du lediglich shutdown_host: "true" und startest die App neu. Solange die Option auf false steht, beendet ein Shutdown-Signal nur die App, nicht den Host.

Sollen weitere Rechner an derselben USV mitgeführt werden, ergänzt du für sie in der App einen eigenen Benutzer mit upsmon: secondary:

users:
  - username: homeassistant
    password: DEIN_LANGES_PASSWORT
    instcmds: []
    actions: []
  - username: nas_monitor
    password: EIN_ANDERES_LANGES_PASSWORT
    instcmds: []
    actions: []
    upsmon: secondary

Mit diesen Zugangsdaten verbindet sich der upsmon des anderen Rechners als sekundärer Monitor. Bei Proxmox oder einem Linux-Host, an dem die USV per USB hängt, konfigurierst du upsmon dagegen dort als primären Monitor. Sekundäre Monitore fahren zuerst herunter; der direkt mit der USV verbundene primäre Host folgt danach.

Teste die Kette nicht durch vollständiges Leeren des Akkus. NUT stellt mit upsmon -c fsd einen erzwungenen Shutdown-Test bereit. Dieser Befehl fährt Systeme herunter und kann die USV-Ausgänge abschalten. Plane ein Wartungsfenster, sichere wichtige Daten und trenne unbeteiligte Lasten. Prüfe danach auch das Wiederanlaufen bei zurückgekehrter Netzspannung. Ein aktuelles Home-Assistant-Backup bleibt unabhängig davon Pflicht.

Öffne oder verändere die USV nicht. Arbeiten an netzspannungsführenden Teilen und ein interner Batteriewechsel dürfen nur durch eine Elektrofachkraft beziehungsweise nach den Herstellervorgaben durch autorisierten Service erfolgen.

FAQ

Kann Home Assistant direkt mit einer USB-USV sprechen?

Nein. Die NUT-Integration ist ein Netzwerk-Client und benötigt einen NUT-Server. Dieser Server greift per USB-Treiber auf die USV zu.

Muss der Router ebenfalls an die USV?

Ja, wenn Warnungen das lokale Netz verlassen sollen. Auch ein benötigtes Modem, ein Switch und ein Access Point müssen batteriegepuffert sein. Ein Stromausfall kann allerdings auch die Infrastruktur deines Internetanbieters betreffen.

Welche Restlaufzeit brauche ich?

Für kurze Ausfälle und einen sauberen Shutdown sind 10 bis 15 Minuten oft ein brauchbarer Ausgangspunkt. Messe die reale Last und teste die Abschaltzeit. Alter, Temperatur und Ladezustand verändern die verfügbare Laufzeit.

Reicht die Angabe „USB HID“ für NUT-Kompatibilität?

Nein. Vergleiche die USB-ID deiner konkreten Revision mit der aktuellen NUT-Hardwareliste und prüfe die ausgelesenen Variablen. Gerade Modellnamen können über mehrere Hardware- oder Firmwarestände bestehen bleiben.

Fazit

Für einen Raspberry Pi oder sparsamen NUC samt Router sind beide 850-VA-Modelle plausibel, sofern die gemessene Last und gewünschte Laufzeit passen. Die Eaton 3S850D bietet mehr batteriegepufferte Buchsen, höhere Wattreserve und einen laut Hersteller wechselbaren Akku. Die CyberPower UT850EG bietet AVR und drei gepufferte Ausgänge, ihr Akku ist aber ein Servicefall und ihre konkrete Revision muss besonders sorgfältig gegen NUT geprüft werden. Für leistungsstarke Server oder lange Überbrückungszeiten sind beide zu klein; dann zählt eine größere USV mit belastbarer Laufzeitkurve mehr als eine möglichst hohe VA-Zahl auf dem Karton.

Autor
Philipp
Themen
Home Assistant, ESP32, Zigbee

Schreibt über Home Assistant, ESP32 und alles, was das Smart Home smarter macht.

Dieser Artikel wurde mit KI-Unterstützung erstellt; Angaben werden gegen offizielle Dokumentation und Herstellerangaben geprüft. Wie die Artikel entstehen