
Homematic IP Wettersensor: Basic, Plus oder Pro?
Homematic IP Wettersensor in Home Assistant: Basic, Plus und Pro vergleichen, Cloud-Integration einrichten und Wetterdaten gezielt automatisieren.
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Ein Homematic IP Wettersensor in Home Assistant liefert lokale Messwerte vom eigenen Grundstück statt Vorhersagen für den nächsten Wetterpunkt. Entscheidend ist die Modellwahl: Basic reicht für Temperatur, Helligkeit und Wind, Plus ergänzt Regen, Pro zusätzlich die Windrichtung. Hier vergleichst du HmIP-SWO-B, HmIP-SWO-PL und HmIP-SWO-PR, bindest sie über den Access Point ein und baust daraus konkrete Automationen.
Homematic IP Wettersensor: Basic, Plus und Pro im Vergleich
Alle drei Modelle messen Außentemperatur, relative Luftfeuchte, Windgeschwindigkeit, relative Helligkeit und Sonnenscheindauer. Der Unterschied steckt in den Niederschlags- und Winddaten. Laut Hersteller erfassen Plus und Pro zusätzlich Regenbeginn sowie Regenmenge. Nur der Pro misst außerdem die Windrichtung.
| Modell | Typ | Temperatur, Feuchte, Wind, Helligkeit | Regenbeginn und -menge | Windrichtung | Sinnvoll für |
|---|---|---|---|---|---|
| Basic | HmIP-SWO-B | ja | nein | nein | Beschattung, Frost- und Sturmwarnung |
| Plus | HmIP-SWO-PL | ja | ja | nein | zusätzlich Regenwarnung und Bewässerungslogik |
| Pro | HmIP-SWO-PR | ja | ja | ja | Anlagen, bei denen die Anströmrichtung relevant ist |
Für die meisten Home-Assistant-Setups ist Plus der vernünftige Mittelweg. Regenbeginn ist für offene Dachfenster oder eine ausgefahrene Markise konkret nutzbar. Die Windrichtung des Pro klingt interessant, bringt aber erst dann einen Mehrwert, wenn deine Automation unterschiedlich auf Nord-, Süd-, Ost- und Westfassade reagieren soll.
Das Homematic IP Starter Set Wetterstation Basic mit Access Point 2 kostet laut AWIN-Feed ca. 165 Euro (Stand: August 2026). Es passt, wenn Wind und Helligkeit deine Hauptsignale sind. Für ca. 232 Euro liefert das Starter Set Wetterstation Plus mit Access Point 2 die wichtigen Regenwerte dazu. Das Starter Set Wetterstation Pro mit Access Point 2 liegt bei ca. 310 Euro und lohnt sich vor allem wegen der Windrichtung.
Die Sets sind für einen Neueinstieg praktisch, weil der Access Point 2 bereits dabei ist. Hast du schon einen kompatiblen Homematic IP Access Point, brauchst du keinen zweiten und kannst den einzelnen Wettersensor wählen.
Abgrenzung zu Netatmo und zum allgemeinen Homematic-Setup
Dieser Vergleich setzt bewusst auf die offizielle HomematicIP-Cloud-Integration mit Access Point. Wie sich Cloud-Zugang und eine lokale CCU-Lösung grundsätzlich unterscheiden, erklärt der allgemeine Homematic-IP-Guide. Hier geht es dagegen um die drei Wetterstationen, ihre Werte und passende Automationen.
Auch zur Netatmo Wetterstation in Home Assistant gibt es einen klaren Unterschied. Netatmo startet mit Innenraumwerten wie CO₂ und lässt sich um einen Regenmesser erweitern. Die HmIP-SWO-Modelle sind Außen-Wettersensoren mit Windmessung; Plus und Pro bringen den Regenmesser bereits mit. Wenn du Raumluft überwachen willst, passt Netatmo besser. Für Beschattung und Wetterschutz ist Homematic IP zielgerichteter.
Wettersensor über HomematicIP Cloud einrichten
Lerne zuerst den Wettersensor nach Herstelleranleitung am Access Point an und prüfe in der Homematic IP App, ob aktuelle Werte ankommen. Montiere ihn so frei, dass Gebäude und Bäume Wind, Regen und Helligkeit nicht unnötig abschirmen. Beim Pro ist eine saubere Ausrichtung besonders wichtig, wenn du die Windrichtung verwenden willst.
Danach folgt Home Assistant:
- Öffne Einstellungen → Geräte & Dienste.
- Wähle Integration hinzufügen und suche nach HomematicIP Cloud.
- Folge dem Einrichtungsdialog und autorisiere den Access Point.
- Öffne nach Abschluss das neu angelegte Wettergerät.
Home Assistant führt HmIP-SWO-B, HmIP-SWO-PL und HmIP-SWO-PR ausdrücklich als unterstützte Wettergeräte. Die Integration arbeitet als Cloud-Push-Anbindung. Sie ist also bequem, aber nicht lokal: Ohne Verbindung zur Homematic IP Cloud erreichen neue Werte Home Assistant nicht.
Falls du die Integration bereits nutzt, musst du sie für den Wettersensor nicht neu anlegen. Ein in der Homematic IP App hinzugefügtes Gerät erscheint laut Home-Assistant-Dokumentation nach ungefähr 30 Sekunden. Benenne es am besten direkt in der App; später kannst du den Namen auch in Home Assistant ändern.
Die manuelle YAML-Konfiguration ist weiterhin dokumentiert, für neue Setups ist die Oberfläche aber übersichtlicher. Sie fragt die SGTIN des Access Points und ein Authentifizierungs-Token ab. Speichere dieses Token nicht in Automationen oder öffentlich geteilten Dateien.
Entitäten und Attribute sauber prüfen
Die Integration stellt die drei HmIP-SWO-Varianten auf der Plattform Weather bereit. Öffne Entwicklerwerkzeuge → Zustände und suche nach weather. sowie dem vergebenen Gerätenamen. Dort siehst du die tatsächliche Entity-ID und ihre Attribute.
Je nach Modell findest du Werte für Temperatur, Luftfeuchte, Windgeschwindigkeit, relative Helligkeit und Sonnenscheindauer; Plus und Pro liefern Regeninformationen, Pro außerdem die Windrichtung. Welche Werte als Attribute oder zusätzliche Sensor-Entities erscheinen, kann sich mit Integration und Home-Assistant-Version ändern. Übernimm deshalb keine Beispiel-ID blind.
Für die folgenden YAML-Beispiele verwende ich sprechende Platzhalter wie sensor.hmip_windgeschwindigkeit und binary_sensor.hmip_regen. Falls dein Gerät nur eine weather-Entity anlegt, kannst du in Home Assistant aus deren Attributen Template-Sensoren erstellen. Prüfe zuvor in den Entwicklerwerkzeugen die exakten Attributnamen und Einheiten. Das ist besonders bei Wind wichtig: Ein Grenzwert von 50 passt zu km/h, aber nicht zu m/s.
Automation für Beschattung mit Helligkeit und Temperatur
Eine reine Helligkeitsgrenze schließt Rollläden auch an einem kalten, klaren Wintertag. Kombiniere deshalb Helligkeit und Außentemperatur. Das folgende Beispiel fährt einen Rollladen erst herunter, wenn beide Werte fünf Minuten lang hoch sind:
alias: "Beschattung mit Homematic IP Wetterdaten"
triggers:
- trigger: numeric_state
entity_id: sensor.hmip_helligkeit
above: 70000
for: "00:05:00"
conditions:
- condition: numeric_state
entity_id: sensor.hmip_aussentemperatur
above: 24
actions:
- action: cover.set_cover_position
target:
entity_id: cover.wohnzimmer
data:
position: 25
mode: single
Der Helligkeitswert ist relativ und hängt stark von Standort und Montage ab. Beobachte deine Verlaufskurve einige sonnige Tage und passe die 70.000 an. Eine ausgereifte Logik ergänzt Sonnenazimut, Fensterstatus und manuellen Override. Dafür findest du im Beitrag zur Rollladensteuerung mit Home Assistant ein vollständigeres Schema.
Sturmwarnung und Markise einfahren
Wind messen alle drei Varianten. Lege den Schwellwert nicht nach Gefühl fest, sondern nach den Vorgaben deiner Markise, Jalousie oder Außenbeschattung. Das Beispiel fährt die Markise ein und verschickt anschließend eine Nachricht:
alias: "Markise bei starkem Wind einfahren"
triggers:
- trigger: numeric_state
entity_id: sensor.hmip_windgeschwindigkeit
above: 50
for: "00:01:00"
actions:
- action: cover.close_cover
target:
entity_id: cover.markise
- action: notify.mobile_app_mein_handy
data:
title: "Windwarnung"
message: "Die Markise wurde wegen hoher Windgeschwindigkeit eingefahren."
mode: single
Eine Cloud-Automation ist keine garantierte Schutzeinrichtung. Internet, Cloud, Home Assistant oder der Aktor können ausfallen. Nutze für sicherheitskritische Anlagen die vom Hersteller vorgesehene Schutztechnik und betrachte Home Assistant als zusätzliche Komfortebene.
Regenwarnung mit Plus oder Pro
Basic kann diesen Ablauf nicht auslösen, weil ihm Regenbeginn und Regenmenge fehlen. Mit Plus oder Pro lässt du dich bei einsetzendem Regen warnen, sofern ein relevantes Fenster offen steht:
alias: "Regenwarnung bei offenem Dachfenster"
triggers:
- trigger: state
entity_id: binary_sensor.hmip_regen
to: "on"
conditions:
- condition: state
entity_id: binary_sensor.dachfenster
state: "on"
actions:
- action: notify.mobile_app_mein_handy
data:
title: "Regen erkannt"
message: "Der Homematic IP Wettersensor meldet Regen und das Dachfenster ist offen."
mode: single
Teste zuerst nur die Benachrichtigung. Automatisches Schließen ist nur sinnvoll, wenn Fensterantrieb, Einklemmschutz und Montage dafür ausgelegt sind. Bei fest angeschlossenen 230-Volt-Aktoren gehört die Installation in die Hände einer Elektrofachkraft.
Welche Variante solltest du kaufen?
Nimm Basic, wenn du vor allem Außentemperatur, Helligkeit und Wind für Beschattung oder Warnungen brauchst. Regen lässt sich später nicht per Software ergänzen; dafür wäre zusätzliche Hardware nötig.
Plus ist meine Empfehlung für die meisten Häuser. Regenbeginn und Regenmenge schaffen mehr sinnvolle Automationen als die Windrichtung des Pro, ohne den höchsten Aufpreis zu verlangen. Pro passt, wenn Wind aus einer bestimmten Richtung unterschiedliche Fassaden oder Beschattungen betrifft. Für eine allgemeine Sturmwarnung reicht die Windgeschwindigkeit von Basic oder Plus.
FAQ
Funktionieren alle drei Homematic IP Wettersensoren mit Home Assistant?
Ja. Die offizielle Integrationsdokumentation nennt HmIP-SWO-B, HmIP-SWO-PL und HmIP-SWO-PR als unterstützte Wettergeräte.
Läuft die Einbindung mit Access Point lokal?
Nein. Die HomematicIP-Cloud-Integration kommuniziert über den Cloud-Server. Der Access Point und Home Assistant benötigen dafür eine funktionierende Internet- und Cloud-Verbindung.
Erkennt der Wettersensor Basic Regen?
Nein. Basic misst Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Windgeschwindigkeit, relative Helligkeit und Sonnenscheindauer. Regenbeginn und Regenmenge kommen erst mit Plus und Pro dazu.
Was bietet Pro gegenüber Plus?
Pro ergänzt die Windrichtung. Die übrigen auf den Produktseiten genannten Wettergrößen von Plus und Pro sind gleich. Ohne Automation nach Himmelsrichtung ist Plus daher meist ausreichend.
Fazit
Für einen Homematic IP Wettersensor in Home Assistant musst du nicht automatisch zum teuersten Modell greifen. Basic ist für Beschattung und Windwarnungen schlüssig, Plus deckt mit Regen die praktischsten zusätzlichen Fälle ab. Pro lohnt sich, wenn die Windrichtung tatsächlich eine Entscheidung in deinen Automationen verändert. Wer lokale Datenverarbeitung ohne Cloud-Abhängigkeit verlangt, sollte dagegen nicht zum Access-Point-Setup greifen.


