Reolink Türklingel in Home Assistant: PoE oder Akku?
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Reolink Türklingel in Home Assistant: PoE oder Akku?

Reolink Türklingel in Home Assistant einbinden: D340P PoE und D340B Akku im Vergleich, mit Klingel-Event, Snapshot und Push-Automation erklärt.

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Eine Reolink Türklingel in Home Assistant liefert mehr als ein Livebild: Der Klingeltaster kann eine lokale Automation starten, einen Snapshot speichern und ihn an dein Handy senden. Dafür eignet sich die D340P mit PoE besonders gut. Die kabellose D340B funktioniert ebenfalls, braucht für die Home-Assistant-Anbindung aber einen Reolink Home Hub als Brücke.

Die Entscheidung fällt weniger beim Kamerabild als bei Stromversorgung und Integration. Beide Modelle filmen im quadratischen Format bis zum Boden, erkennen Personen und Pakete und bringen einen separaten Chime mit. Für Home Assistant unterscheiden sie sich jedoch grundlegend.

MerkmalD340P PoED340B Akku
VerbindungEthernetWLAN mit Akku
Home-Assistant-Anbindungdirekt über die lokale IP-Adresseüber Reolink Home Hub oder kompatiblen NVR
StromPoE nach IEEE 802.3afintegrierter Akku, optional Klingeltrafo zum Laden
Videobetriebdauerhaft versorgtwacht bei Ereignis oder Abruf auf
Typische WahlNetzwerkkabel liegt oder lässt sich ziehenkein Netzwerkkabel am Eingang möglich

Die D340P überträgt Netzwerk und Strom über ein Kabel. Reolink nennt für sie 2560 × 1920 Pixel bei bis zu 20 Bildern pro Sekunde, H.264 und ein diagonales Sichtfeld von 180 Grad. Ein PoE-Switch oder Injektor nach IEEE 802.3af versorgt sie dauerhaft. Das macht häufige Snapshots und Liveansichten unkritischer als bei einem Akku-Gerät.

Das verbindliche Reolink Starter Set mit Hub 1 Lite und D340P kostet laut AWIN-Feed ca. 165 € (Stand: August 2026). Für die direkte Integration ist der Hub bei der PoE-Version nicht erforderlich. Im Set dient er als lokaler Rekorder und schafft Reserven für weitere Reolink-Kameras.

Die D340B funkt per 2,4- oder 5-GHz-WLAN und nutzt einen fest eingebauten 7.000-mAh-Akku. Reolink nennt 2K-Auflösung, ein Sichtfeld von 150 Grad horizontal und vertikal sowie bis zu 180 Grad diagonal. Eine vorhandene Niedervolt-Klingelleitung kann den Akku nachladen, ersetzt aber nicht die WLAN-Verbindung. Die Herstellerangabe von bis zu fünf Monaten Laufzeit hängt stark von Abrufen, Ereignissen, Temperatur und Funkqualität ab.

Für Home Assistant reicht die D340B allein nicht. Die offizielle Integration bindet Reolink-Akkukameras über einen Home Hub oder einen unterstützten NVR an. Das passende Reolink Starter Set mit Hub 1 Lite und D340B liegt im AWIN-Feed bei ca. 209 € (Stand: August 2026). Hier ist der mitgelieferte Hub also fester Bestandteil des Home-Assistant-Setups.

Was die Video-Türklingel nicht übernimmt

Die Reolink ist Kamera, Klingeltaster und Gegensprechstelle. Sie entriegelt keine Tür. Der mitgelieferte Chime gibt das Klingelsignal im Haus wieder; die Zwei-Wege-Audiofunktion läuft über Reolink-Clients. Eine Home-Assistant-Benachrichtigung mit Bild ist deshalb keine vollständige Gegensprechanlage.

Möchtest du einen vorhandenen Türsummer schalten, brauchst du eine getrennte, fachgerecht ausgelegte Lösung. Der Beitrag Gegensprechanlage smart machen erklärt diesen Aufbau. Auch ein smartes Türschloss in Home Assistant ist ein eigenes System. Verbinde das Öffnen nicht ungeprüft mit jeder Klingel- oder Bewegungserkennung.

D340P direkt in Home Assistant einrichten

Initialisiere die D340P zuerst in der Reolink-App oder im Reolink-Client. Vergib dabei ein separates Gerätepasswort. Home Assistant meldet sich am Gerät an, nicht an einem Reolink-Cloudkonto.

  1. Verbinde die Türklingel mit einem PoE-Port und schließe den Chime nach Reolink-Anleitung an.
  2. Prüfe in deinem Router, welche lokale IP-Adresse die D340P erhalten hat.
  3. Öffne in Home Assistant Einstellungen → Geräte & Dienste. Wird Reolink entdeckt, klicke auf Konfigurieren. Sonst wählst du Integration hinzufügen → Reolink.
  4. Trage IP-Adresse, lokalen Benutzernamen und Passwort ein.
  5. Öffne anschließend das Gerät und prüfe Kamera- sowie Binärsensoren.

Die offizielle Reolink-Integration arbeitet lokal. Reolink und Home Assistant funktionieren laut Integrationsdokumentation auch dann weiter, wenn die Kamera keinen Internetzugriff hat. Eine DHCP-Reservierung im Router hält ihre Adresse stabil. Home Assistant warnt dagegen davor, die statische IP direkt im Reolink-Gerät einzutragen, weil bestimmte Firmwarestände fehlerhafte DHCP-Anfragen senden können.

Der „Fluent“-Kamerastream ist normalerweise standardmäßig aktiv. Höhere Auflösungen und Snapshot-Entitäten können deaktiviert angelegt werden. Aktiviere nur die Entität, die du tatsächlich für die Benachrichtigung verwendest. Das reduziert parallele Verbindungen zur Kamera.

D340B über den Home Hub einrichten

Kopple die D340B zuerst in der Reolink-App mit dem Home Hub 1 Lite. Home Assistant verbindet sich anschließend mit der lokalen IP-Adresse des Hubs und übernimmt die daran angemeldete Türklingel als Gerät.

  1. Verbinde den Home Hub per Ethernet mit deinem Netzwerk und initialisiere ihn.
  2. Füge die D340B und den Chime nach Reolink-Anleitung zum Hub hinzu.
  3. Öffne Einstellungen → Geräte & Dienste → Integration hinzufügen → Reolink.
  4. Wähle den entdeckten Hub oder trage seine IP-Adresse ein.
  5. Kontrolliere unter dem Hub-Gerät, ob D340B, Kamera-Entität und Besucher-Sensor vorhanden sind.

Der Hub ist nicht bloß zusätzlicher Speicher. Er hält die dauerhafte Verbindung zu Home Assistant, während die Türklingel schlafen darf. Genau deshalb sollst du nicht die IP-Adresse der Akkukamera direkt eintragen.

Lass bei der D340B die Option Kamerastream vorladen ausgeschaltet. Ein ständig geöffnetes Dashboard, manuelle Daueraufnahme und häufige Snapshot-Abrufe halten die Kamera wach und verkürzen die Laufzeit. Eine Aufnahme nur beim Klingeln ist deutlich akkuschonender als ein Livebild auf einem dauerhaft eingeschalteten Wandtablet.

Klingeltaster-Event und Kamera-Snapshot testen

Home Assistant legt für unterstützte Reolink-Türklingeln einen Besucher-Binärsensor an. Der genaue Entity-Name hängt von deiner Benennung ab, etwa binary_sensor.haustuer_visitor. Drückst du den Taster, wechselt er kurz von off auf on. Das ist der richtige Trigger. Der Bewegungssensor würde auch Passanten oder Tiere erfassen und ist für eine reine Klingelbenachrichtigung zu breit.

Öffne Entwicklerwerkzeuge → Zustände, suche nach visitor und drücke den Klingeltaster. Prüfe den Zustandswechsel, bevor du eine Automation baust. Bleibt er aus, aktualisiere zuerst Home Assistant, Hub und Türklingel auf unterstützte Firmwarestände und lade die Reolink-Integration neu. Verwende keine geratenen Entity-IDs aus Beispielen.

Teste danach die Aktion camera.snapshot über die Entwicklerwerkzeuge. Als Ziel eignet sich zunächst die Fluent-Kamera, beispielsweise camera.haustuer_fluent. Der Ordner unter /media muss existieren. Lege ihn über Studio Code Server, File Editor oder eine Netzwerkfreigabe als /media/reolink_snapshot an.

Lokale Push-Benachrichtigung mit Snapshot

Diese Automation reagiert nur auf den echten Klingeltaster, speichert das aktuelle Bild lokal in Home Assistant und übergibt es an die Companion App:

alias: Haustür - Reolink Klingeln mit Snapshot
mode: single
triggers:
  - trigger: state
    entity_id: binary_sensor.haustuer_visitor
    from: "off"
    to: "on"
actions:
  - action: camera.snapshot
    target:
      entity_id: camera.haustuer_fluent
    data:
      filename: /media/reolink_snapshot/haustuer.jpg
  - action: notify.mobile_app_dein_handy
    data:
      title: "Es klingelt an der Haustür"
      message: "Die Reolink-Türklingel wurde gedrückt."
      data:
        image: /media/local/reolink_snapshot/haustuer.jpg

Ersetze Besucher-Sensor, Kamera und Notify-Aktion durch deine Entitäten. Die unterschiedlichen Pfade sind beabsichtigt: camera.snapshot schreibt nach /media/..., die Companion App ruft die Datei über /media/local/... ab. Bei der D340B kann das Aufwecken den Snapshot etwas verzögern.

Klingelereignis, Snapshot und Automationslogik laufen lokal zwischen Reolink, Hub und Home Assistant. Die Zustellung auf das Smartphone ist davon getrennt: Im Heimnetz kann das Bild direkt von Home Assistant geladen werden. Unterwegs braucht das Telefon einen erreichbaren Home-Assistant-Zugang, etwa über Home Assistant Cloud, VPN oder eine abgesicherte eigene URL. Eine reine Textnachricht kann ankommen, obwohl das Bild von außen nicht abrufbar ist. Grundlagen und weitere Kanäle findest du im Artikel zu Home-Assistant-Benachrichtigungen.

Nimm die D340P, wenn du ein Ethernetkabel bis zur Haustür legen kannst. Sie ist für Home Assistant die geradlinigere Lösung: direkte lokale Integration, dauerhafte Versorgung und keine Akkupflege. Der Kabelweg ist der eigentliche Aufwand. Bohren, Leitungsführung und Arbeiten in der Nähe vorhandener Installationen gehören im Zweifel in die Hände einer Fachkraft.

Die D340B passt zu Mietobjekten oder Eingängen ohne Netzwerkkabel. Du erkaufst die einfache Montage mit dem zwingenden Hub, Akkupflege und einem bewussteren Umgang mit Streams. Eine vorhandene Klingelleitung kann beim Laden helfen, macht aus der D340B aber keine PoE-Kamera.

Der Home Hub im D340P-Set ist sinnvoll, wenn du Aufzeichnungen zentral im Haus speichern oder später weitere Reolink-Kameras ergänzen willst. Nur für das Home-Assistant-Klingelereignis ist er bei diesem Modell nicht nötig. Bei der D340B ist er dagegen Voraussetzung.

FAQ

Nein, nicht über die offizielle direkte Reolink-Integration. Home Assistant führt die batteriebetriebene Reolink Doorbell als über Home Hub oder kompatiblen NVR unterstütztes Modell. Der Hub fungiert als lokale Brücke.

Kann Home Assistant beim Klingeln ein Bild senden?

Ja. Der Besucher-Binärsensor startet eine Automation, camera.snapshot speichert das Bild unter /media, und die Companion App hängt es an die Benachrichtigung. Für den Bildabruf außerhalb des Heimnetzes muss Home Assistant vom Telefon erreichbar sein.

Nein. Sie erkennt Besucher, zeigt Video und ermöglicht Gegensprechen, schaltet aber keinen Türöffner. Dafür brauchst du eine separate Türsummer- oder Schlossintegration mit eigener Sicherheitslogik.

Nein. Der Chime ist der akustische Gong im Haus. Home Assistant reagiert auf den Besucher-Sensor der Türklingel beziehungsweise des Hubs. Der Chime bleibt trotzdem praktisch, falls Server oder Handy gerade nicht verfügbar sind.

Fazit: PoE ist die bessere Home-Assistant-Basis

Für eine feste Installation ist die D340P die klare Empfehlung. Sie bindet sich direkt lokal ein, ist dauerhaft erreichbar und verträgt häufigere Kameraabrufe. Die D340B ist die passende Alternative, wenn kein Netzwerkkabel möglich ist; plane den Home Hub und einen sparsamen Umgang mit Livebild und Snapshots fest ein. Keine der beiden ersetzt Türsummer oder smartes Schloss.

Philipp Just

Gründer & Autor

Schreibt über Home Assistant, ESP32 und alles was das Smart Home smarter macht.